Medizinische Beratung

Die Medizinische Beratung der KVMV berät Ärzte leitliniengerecht zu medizinischen, pharma- kologischen, wissenschaftlichen und verordnungsrelevanten Themen der ärztlichen Tätigkeit. Im Mittelpunkt steht die Verordnung von Leistungen zu Lasten der GKV entsprechend der gesetz- lichen Regelungen. Die Beratung der Verwaltung und des KV-Vorstandes, Gremienarbeit, Ent- wicklung von Arbeitshilfen und Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Schwerpunkte der Abteilung.

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Aktuelle Verordnungsinformation

Metoclopramid-haltige Arzneimittel

06.04.16 13:40
  • Arzneimittel

Entsprechend eines Bescheides des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) muss bei der Verordnung Metoclopramid-haltiger Arzneimittel ab sofort Folgendes beachtet werden:

1. Widerruf der Zulassung

  • flüssige, orale Präparate, die den Wirkstoff in einer Konzentration von mehr als 1 mg/ml enthalten (hierunter fallen alle in Deutschland bislang verfügbaren flüssigen Zubereitungen)
  • rektale Formulierungen in einer Konzentration von mehr als 20 mg in einer Einzeldosis
  • parenteral anzuwendende Präparate in einer Konzentration von mehr als 5 mg/ml

Für den Widerruf der Zulassung durch das BfArM wurde Sofortvollzug angeordnet, so dass die betroffenen Arzneimittel ab sofort nicht mehr erhältlich sind.

Die Neubewertung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses erfolgte wegen Risiken für schwere kardiovaskuläre und neurologische Nebenwirkungen, die bei der Anwendung von hohen Dosen und bei längerfristiger Einnahme erhöht sind.

2. Änderung der Fach-und Gebrauchsinformationen
der übrigen Metoclopramid-haltigen Präparate

Indikation

  • Prävention von verzögerter chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen (orale und rektale Applikation)
  • Prävention von strahlentherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen (parenterale, orale und rektale Applikation)
  • Prävention von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen (parenterale Applikation)
  • symptomatische Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich akuter migräneinduzierter Übelkeit und Erbrechen (parenterale Applikation)
  • bei Kombination mit oralen Analgetika zur Verbesserung zur Resorption von Analgetika bei akuter Migräne (orale Applikation)
  • Zulassung für Kinder und Jugendliche zwischen 1 und 18 Jahren zur:
    • Prävention von verzögerter chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen, als Zweitlinienoption (parenterale und orale Applikation)
    • Behandlung von gesicherter Übelkeit und gesichertem Erbrechen nach Operationen, als Zweitlinienoption (parenterale Applikation)

Altersbeschränkung

  • Kinder unter 1 Jahr: künftig kontraindiziert

 

Behandlungsdauer

  • Einschränkung der Behandlungsdauer auf maximal 5 Tage

 

Maximale Tagesdosis

  • für Erwachsene nicht mehr als 30 mg oral, Kinder nicht mehr als 0,5 mg/kg Körpergewicht

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