Geschäftsbereich Qualitätssicherung

Eine wichtige Aufgabe der KVMV ist es, die Versorgungsqualität der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten zu sichern, kontinuierlich weiterzuentwickeln und nachhaltig zu fördern. Hier finden Sie einen Überblick der Qualitätssicherungsmaßnahmen und zahlreiche unterstützende Informationen für die praktische Umsetzung.

 

(c) KVMV, Schilder; clipdealer, SeanPrior

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQs)

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung: Ausnahmen zu QS-Anforderungen des G-BA aufgrund von COVID-19

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 27. März 2020 aufgrund der aktuellen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie und des dadurch eingeschränkten Praxis- und Krankenhausbetriebes eine vorübergehende Ausnahmeregelung für die sektorenübergreifende Qualitätssicherung (DeQS-RL) beschlossen. Vertragsärzte sind bei den Verfahren Perkutane Koronarintervention/-angiografie (QS PCI), nosokomiale Infektionen: post-operative Wundinfektionen (QS WI) und Nierenersatztherapie (QS NET) betroffen.


Stellungnahmeverfahren werden befristet ausgesetzt
Befristet bis zum 31. Oktober 2020 werden für alle Verfahren der DeQS-RL die sogenannten Stellungnahmeverfahren nach § 17 Absatz 2 der DeQS-RL ausgesetzt. Mit diesen sollen rechnerische Auffälligkeiten aus der QS-Datenerhebung des Erfassungsjahres 2019 geklärt werden. Zunächst wurde als neue Frist die Durchführung der Stellungnahmen bis zum 31. März 2021 vereinbart. Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie kann zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Fristverlängerung beziehungsweise ein grundsätzliches Aussetzen des Stellungnahmeverfahrens zu den QS-Daten aus dem Erfassungsjahr 2019 beraten werden.


Im Detail betrifft die befristete Aussetzung des Stellungnahmeverfahrens folgende Verfahren:
1. Ergebnisse des QS-Verfahrens PCI und Koronarangiographie für das gesamte Erfas-sungsjahr 2019
2. Ergebnisse der Einrichtungsbefragung (QS WI) zum Erfassungsjahr 2019

Nach aktuellem Kenntnisstand werden durch das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen die Jahresauswertungen 2019 den Vertragsärzten sowie den Landesar-beitsgemeinschaften fristgerecht zum 30. Juni 2020 zur Verfügung gestellt.


Aussetzung von Datenlieferungen für 2020
Die Verpflichtung der Vertragsärzte zur unterjährigen, quartalsweisen Datenlieferung jeweils zum 15. Mai, 15. August und 15. November wird für das Erfassungsjahr 2020 ausgesetzt. Diese Regelung gilt für die beteiligten Vertragsärzte der Verfahren QS PCI und QS NET (siehe jeweils § 16 Absatz 1 der Themenspezifischen Bestimmungen für die Verfahren).

Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie können zu einem späteren Zeitpunkt weitere Regelungen – wie das Aussetzen der retrospektiven Einrich-tungsbefragung 2020 (QS WI) – beraten werden.

Den Beschluss, die Tragenden Gründe und weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des G-BA.

Die sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQS) dokumentiert und bewertet Qualität über Sektorengrenzen hinweg in Praxen und Kliniken.

Dies schafft valide und vergleichbare Ergebnisse über die Versorgungsqualität und sorgt dafür, dass Patienten in der Praxis und im Krankenhaus nach denselben Qualitätsstandards untersucht und behandelt werden.

Am 19. Februar 2015 hat der Gemeinsame Bewertungsausschuss (G-BA) das erste Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung beschlossen: Die Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie.

Als zweites Verfahren startet Anfang des Jahres 2018 die Vermeidung nosokomialer Infektionen - postoperative Wundinfektionen (WI).

Die Durchführung der Eingriffe nach Richtlinie des G-BA fördert die Patientensicherheit und führt zu einer präziseren Indikationsstellung.

Nützliche Links

Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie

Gemäß der Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL) des G-BA sind alle invasiv tätigen Kardiologen seit dem 1. Januar 2016 verpflichtet, jede Herzkatheter-Untersuchung und jede perkutane Koronarintervention bei gesetzlich versicherten Patienten ab 18 Jahren zu dokumentieren.

Die Dokumentation erfolgt hierbei auf elektronischem Weg. Für die Umsetzung benötigen die Vertragsärzte eine von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zertifizierte sQS-Dokumentations-Software. Für die Datenübertragung von der Arztpraxis an die Datenannahmestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern ist eine sichere technische Verbindung notwendig. Die Übermittlung der Daten erfolgt quartalsweise.

Gemäß § 24 Qesü-RL sind Vertragsärzte verpflichtet ihre Patienten in verständlichen Merkblättern über Zweck und Inhalt des Qualitätssicherungsverfahrens zu informieren. Hierzu können Sie die durch den G-BA erstellte Patienteninformation (siehe unten) nutzen.

G-BA verlängert Sanktionsfreiheit

Die Sanktionsfreiheit für fehlende Datensätze gemäß § 18 der Themenspezifischen Bestimmungen "Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie" wurde mit Beschluss des Plenums am 15.12.2016 auf das Jahr 2017 erweitert. (www.g-ba.de)

Nützliche Links

Vermeidung nosokomialer Infektionen - postoperative Wundinfektionen

Zum 1. Januar 2017 trat das zweite Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung in Kraft, welches die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen zum Ziel hat und das Hygiene- und Infektionsmanagement verbessern soll. Das Verfahren wird die Qualität der Maßnahmen fachgebietsübergreifend in Praxen und Kliniken messen, vergleichend darstellen und bewerten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in einer Richtlinie festgelegt, dass die stationären postoperativen Wundinfektionen fallbezogen erfasst werden und alle ambulant operierenden Praxen und Einrichtungen jährliche Dokumentationen (Einrichtungsbefragung) durchzuführen haben. Dazu werden unter anderem durch einen Fragebogen einrichtungsbezogene Daten erhoben.

Die Fragen beziehen sich auf Themen wie:

  • Händedesinfektionsmittelverbrauch
  • Umgang mit Antibiotika
  • Wundversorgung
  • Hygiene- und Infektionsmanagement/MRSA
  • Aufbereitung von Sterilgut (Medizinprodukten)

Die Dokumentationspflicht des einrichtungsbezogenen Hygiene- und Infektionsmanagements des Vorjahres beginnt für Ärzte, die ambulant operieren und abrechnen, im ersten Quartal 2018. Sie betrifft Ärzte, Belegärzte und Einrichtungen, die in den beiden ersten Quartalen eines Kalenderjahres eine Abrechnung speziell definierter Operationen (Tracer-Eingriffe) eingereicht haben.

Ob Ihre Fachgruppe von dieser Qualitätssicherungs-Richtlinie betroffen ist, entnehmen Sie bitte den weiterführenden Informationen. Alle betroffenen Praxen werden Mitte 2017 informiert.

Nützliche Links