Niederlassung und Anstellung

Die Möglichkeiten, an der vertragsärztlichen Versorgung teilzunehmen, sind vielfältiger als je zuvor. Von der eigenen Zulassung über die Anstellung bis hin zur Gründung von Zweigpraxen ist mittlerweile fast alles möglich. Hier erhalten Sie sowohl einen Überblick mit kompetenten Ansprechpartnern als auch detaillierte Hintergrundinformationen.

Bekanntmachung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen

Beschlüsse des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen M-V aus der Sitzung vom 2. November 2022 gemäß
§ 103 Abs. 1 Satz 1 sowie Satz 2 SGB V in Verbindung mit § 16b Abs. 2 Ärzte ZV sowie §§ 23 ff. Bedarfsplanungs-Richtlinie zum Stand der ambulanten Versorgung (Anordnung bzw. Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen):

In der Sitzung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen M-V am 2. November 2022 wurde auf Grundlage des zwischen den Krankenkassen und der KVMV gemäß § 99 Abs. 1 SGB V einvernehmlich erstellten Bedarfsplanes sowie in Anwendung der Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses in der Neufassung vom 20. Dezember 2012, zuletzt geändert am 21. April 2022, über die Anordnung und Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen beschlossen.

Nachstehend werden die Übersichten veröffentlicht, die darüber Auskunft erteilen, für welche Planungsbereiche und Fachgebiete Zulassungsbeschränkungen angeordnet wurden bzw. in welcher Anzahl noch Zulassungen erteilt werden können.

Die Übersichten wurden laut Beschluss des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen M-V in der Sitzung am
2. November 2022, mit Stand 6. Oktober 2022, erstellt. Die Beschlüsse aus der Sitzung vom 2. November 2022 zur Anordnung von  Zulassungsbeschränkungen sowie zur Feststellung von (in absehbarer Zeit drohender) Unterversorgung sowie lokalem Versorgungsbedarf werden unter dem Vorbehalt der Nichtbeanstandung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport M-V veröffentlicht.

Es wird jedem niederlassungswilligen Arzt bzw. Psychotherapeuten empfohlen, sich vor der Antragstellung in der KVMV in Schwerin, Abteilung Sicherstellung, über die jeweilige Versorgungssituation zu informieren sowie eine Niederlassungsberatung in Anspruch zu nehmen.

Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen M-V hat in seiner Sitzung am 15. November 2017 die Feststellung nach § 35 Bedarfsplanungs-Richtlinie getroffen, dass für die Stadt Neubrandenburg ein zusätzlicher lokaler Versor- gungsbedarf im Umfang eines vollen Versorgungs- auftrages in der Arztgruppe der Dermatologen besteht. Die KVMV hat hiernach zur Sicherstellung der allgemeinen dermatologischen Versorgung in Neubrandenburg einen Vertrags- arztsitz im Umfang eines vollen Versorgungsauftrages mit einer finanziellen Förderung von 25.000 Euro ausgeschrieben.
Da sich an der dermatolo- gischen Versorgungssituation in Neubrandenburg bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Änderungen ergeben haben und somit bisher auch keine Förderung gewährt werden konnte, wurde in der Sitzung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen M-V am 2. November 2022 beschlossen, dass sich die finanzielle Förderung für den dermatologischen Versorgungsauftrag in Neubrandenburg auf 50.000 Euro erhöht.

Achtung: Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen M-V hat in seiner Sitzung am 2. November 2022 erneut die Feststellung nach § 103 Abs. 1 SGB V bezüglich der Überschreitung des allgemeinen bedarfsgerechten Versorgungs- grades um 40 Prozent getroffen. Die betreffenden Fachgebiete und Planungsbereiche sind mit einem roten Kreuz (x)  gekennzeichnet.

Anordnung von Zulassungsbeschränkungen

Fachgruppe der Hausärzte: Im Planungsbereich Rostock wurde Überversorgung festgestellt. Damit ist der Planungsbereich
Rostock für weitere Zulassungen als Hausarzt gesperrt.

Fachgruppe der Psychotherapeuten: In den Planungsbereichen Uecker-Randow und Greifswald/Ostvorpommern wurde Überversorgung festgestellt. Damit sind die Planungsbereiche Uecker-Randow und Greifswald/Ostvorpommern für weitere Zulassungen als Psychotherapeut gesperrt.

Fachgruppe der Nuklearmediziner: Im Planungsbereich Mecklenburg-Vorpommern wurde Überversorgung festgestellt. Damit ist der Planungsbereich Mecklenburg-Vorpommern für weitere Zulassungen als Nuklearmediziner gesperrt.

Im Übrigen gelten die bereits angeordneten Zulassungsbeschränkungen unverändert fort.

Zulassungsmöglichkeiten (ZM) aufgrund partieller Öffnung für die Fachgruppe:

Allgemeine fachärztliche Versorgung

Pädiatrie (PB)
Demmin 0,5 ZM

 

Augenheilkunde (PB)
Bad Doberan 1,0 ZM
Parchim 2,0 ZM

Spezialisierte fachärztliche Versorgung

Kinder- und Jugendpsychiater (PB)
Mittleres Mecklenburg/Rostock 0,5 ZM
Vorpommern 0,5 ZM

Erneute partielle Öffnung nach Vergabe der (gemäß Beschlussfassung des Landesausschusses vom 6. April 2022) ausgewiesenen Zulassungsmöglichkeiten (ZM):

Hausärzte (MB)
Bergen auf Rügen 1,0 ZM
Neustrelitz 1,5 ZM

 

Psychotherapie (PB)
Rostock 1,0 ZM

Zulassungsmöglichkeiten (ZM) in gesperrten Planungsbereichen aufgrund von Quotenregelungen (Mindestversorgungsanteile nach Fachgebieten, Facharzt- oder Schwerpunktkompetenzen):

Psychotherapeuten (PB)

Ärztliche Psychotherapeuten (PB)
(Mindestversorgungsanteil von 25 Prozent)
Uecker-Randow 2,0 ZM
Greifswald/Ostvorpommern 2,0 ZM
Stralsund/Nordvorpommern 1,0 ZM

 

 

Nervenärzte (PB)

Neurologen (PB)
Uecker-Randow 0,5 ZM

 

Psychiater (PB)
Güstrow 0,5 ZM

 

Aufgrund der Quotenregelung in der Arztgruppe müssen jeweils 50 Prozent der Differenz aus der Sollzahl und der Anzahl der Nervenärzte sowie der Ärzte mit doppelter FA-Anerkennung einerseits den Neurologen und andererseits den Psychiatern vorbehalten sein.

Die partiellen Öffnungen erfolgen gemäß § 26 der Bedarfsplanungs-Richtlinie-Ärzte mit der Auflage an den Zulassungsausschuss, dass Zulassungen nur in einem solchen Umfang erfolgen dürfen, bis für die Arztgruppe Überversorgung eingetreten bzw. der erforderliche Versorgungsanteil (Quotenregelung) erreicht ist.

Vor diesem Hintergrund besteht die Möglichkeit, sich für eine Zulassung beim Zulassungsausschuss zu bewerben, sofern keine Zulassungsbeschränkungen angeordnet wurden.

Der Antrag sowie die vollständigen Zulassungsunterlagen müssen für alle Versorgungsbereiche/Fachgruppen spätestens bis zum 15. Januar 2023 bei der Geschäftsstelle des Zulassungsausschusses, Neumühler Str. 22, 19057 Schwerin, vorliegen. Der Zulassungsausschuss berücksichtigt bei dem Auswahlverfahren nur die nach der Bekanntmachung fristgerecht und vollständig abgegebenen Zulassungsanträge.

Unter mehreren Bewerbern entscheidet der Zulassungsausschuss nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung folgender Kriterien:

  • berufliche Eignung
  • Dauer der bisherigen ärztlichen Tätigkeit
  • Approbationsalter
  • Dauer der Eintragung in die Warteliste
  • bestmögliche Versorgung der Versicherten im Hinblick auf die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes
  • Entscheidung nach Versorgungsgesichtspunkten (z.B. Fachgebietsschwerpunkt)
  • Belange von Menschen mit Behinderung beim Zugang zur Versorgung.

Zusätzlicher Hinweis: Jobsharing-Praxen erhalten aufgrund einer Regelung in der Bedarfsplanungs-Richtlinie (§ 26 Abs. 2 und 3) den Vorzug bei der Vergabe von Versorgungsaufträgen im Rahmen einer partiellen Öffnung von Planungsbereichen. Dies betrifft Ärzte oder Psychotherapeuten in beschränkter Zulassung zur gemeinsamen Berufsausübung bzw. Ärzte oder Psychotherapeuten, die Angestellte mit Leistungsbegrenzung beschäftigen. Sofern diese Jobsharing-Praxen in Planungsbereichen und Arztgruppen tätig sind, für die der Landesausschuss neue Zulassungsmöglichkeiten festgestellt hat, enden daher vorrangig die Beschränkungen der Zulassung und die Leistungsbegrenzungen in diesen Praxen und zwar in der Reihenfolge der jeweils längsten Dauer der gemeinsamen Berufsausübung bzw. Anstellung. Über Anträge auf Neuzulassung (bzw. Anstellung) ist in diesen Fällen nachrangig zu entscheiden, weshalb es in Einzelfällen vorkommen kann, dass in der Bedarfsplanung ein Versorgungsauftrag für eine bestimmte Arztgruppe in einem Planungsbereich ausgewiesen wird, der aufgrund der Jobsharing-Regelungen tatsächlich nicht mehr vakant ist.

In folgenden Mittelbereichen wurde in der hausärztlichen Versorgung eine in absehbarer Zeit drohende Unterversorgung festgestellt:
Bergen auf Rügen, Demmin, Grevesmühlen, Grimmen, Güstrow, Hagenow, Neubrandenburg, Neubrandenburg Umland, Neustrelitz, Parchim, Pasewalk, Ribnitz-Damgarten, Schwerin Umland, Stralsund, Stralsund Umland, Waren. In diesen  Planungsbereichen besteht die Möglichkeit zur Gewährung von Investitionskostenzuschüssen, fallzahlabhängigen Sicherstellungszuschlägen sowie weiteren strukturellen Förderungsmaßnahmen.

Nähere Informationen zu den Förderungsmöglichkeiten sind auch unter dem Stichwort "Finanzielle Förderung" zu finden.