Medizinische Beratung

Die Medizinische Beratung der KVMV berät Ärzte leitliniengerecht zu medizinischen, pharma- kologischen, wissenschaftlichen und verordnungsrelevanten Themen der ärztlichen Tätigkeit. Im Mittelpunkt steht die Verordnung von Leistungen zu Lasten der GKV entsprechend der gesetz- lichen Regelungen. Die Beratung der Verwaltung und des KV-Vorstandes, Gremienarbeit, Ent- wicklung von Arbeitshilfen und Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Schwerpunkte der Abteilung.

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Krankentransport

26.02.2019 | Krankentransport
! Übergangsregelung zum Krankentransport !

Seit 1. Januar 2019 müssen Verordnungen für Fahrten mit Taxi oder Mietwagen zu oder von ambulanten Behandlungen für bestimmte Patienten nicht vorab der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden. Mehr lesen...

 

12.10.2016 | Krankentransport-Richtlinie
Änderung der Krankentransport-Richtlinie

Mit Wirkung zum 5. Mai 2016 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Änderungen der Krankentransport-Richtlinie (KT-RL) beschlossen. Schwerpunktthemen sind "Krankenfahrten zur Chemotherapie" und "Zahnärztliche Verordnung von Fahrten zu ambulanten Behandlungen". Mehr lesen...

28.02.2017 | Krankentransport-Richtlinie
Änderung: Anpassung an die neuen Pflegegrade ab 2017

Nach dem zweiten Pflegestärkungsgesetz ist zum 1. Januar 2017 das System der Pflegestufen auf Pflegegrade umgestellt worden. Entsprechend wurde die Krankentransport-Richtlinie (KT-RL), § 8 Abs. 3, per Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) angepasst. Mehr lesen...

Hinweise zur Krankentransport-Richtlinie

Mit der Krankentransport-Richtlinie (KT-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) werden bundeseinheitliche Festlegungen getroffen, wonach Ärzte

  • die Notwendigkeit der Beförderung zu prüfen
  • das erforderliche wirtschaftliche Transportmittel auszuwählen
  • die Verordnung vor der Beförderung auszustellen haben (Ausnahme nur in Notfällen) und
  • die Verordnung auf Muster 4 (Verordnung einer Krankenbeförderung) ausfüllen sollen.

Die Krankentransport-Richtlinie ist auf den Seiten des G-BA veröffentlicht.

  • Die zwingend medizinisch notwenige Fahrt steht im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse.
  • Die Verordnung des Krankentransportes erfolgt nur zur nächst erreichbaren geeigneten Behandlungsmöglichkeit (wünscht der Patient einen Transport in eine entferntere Einrichtung, muss dies die Krankenkasse genehmigen).
  • bei Fahrten mit dem privaten Kraftfahrzeug oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel
  • für Fahrten zu ambulanten oder stationären Rehabilitationsmaßnahmen (Versicherte direkt an Krankenkasse verweisen)
  • für Fahrten zum Abstimmen von Terminen, Erfragen von Befunden, Abholen von Verordnungen.

Die Festlegung des Beförderungsmittels muss nach dem Grundsatz einer wirtschaftlichen Verordnungsweise erfolgen. Eine eindeutige Kennzeichnung auf dem Vordruck ist vorzunehmen. Bei der Auswahlentscheidung sollte der behandelnde Arzt den aktuellen Gesundheitszustand des Versicherten und seine Gehfähigkeit berücksichtigen und die Notwendigkeit für den Hin- und Rückweg gesondert prüfen.

Es ist zu unterscheiden zwischen:


a) Rettungsfahrten (RTW, NAW, RTH)
Rettungsfahrten sind über die örtlich zuständigen Rettungsleitstellen anzufordern. Sie sind indiziert, wenn ein Patient aufgrund seines Zustands mit einem qualifizierten Rettungsmittel (Rettungswagen, Notarztwagen, Rettungshubschrauber) befördert werden muss oder der Eintritt eines derartigen Zustands während des Transports zu erwarten ist.

  • Der Rettungswagen (RTW) ist für Notfallpatienten anzufordern, die vor und während des Transportes neben den Erste-Hilfe-Maßnahmen auch zusätzlicher Maßnahmen bedürfen, die geeignet sind, die vitalen Funktionen aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen.
  • Der Notarztwagen (NAW) ist für Notfallpatienten anzufordern, bei denen vor und während des Transportes lebensrettende Sofortmaßnahmen durchzuführen oder zu erwarten sind, für die ein Notarzt erforderlich ist. Dies gilt entsprechend für die Verordnung von Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF).
  • Der Rettungshubschrauber (RTH) ist anzufordern, wenn ein schneller Transport des Patienten mit einem bodengebundenen Rettungsmittel nicht ausreichend ist. Auch wenn eine schnelle Heranführung des Notarztes an den Unfallort zur Durchführung lebensrettender Maßnahmen oder zur Herstellung der Transportfähigkeit des Patienten mit dem jeweils geeigneten Transportmittel notwendig ist, sollte ein Rettungshubschrauber angefordert werden.

 

b) Krankentransporte (KTW)

  • Krankentransporte bedürfen einer vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse (Dauer und Umfang der Genehmigung werden von der Krankenkasse festgelegt). Dies gilt nicht für Fahren zu einer vor- und nachstationären Behandlung oder zu einer ambulanten Operation.
  • KTW können verordnet werden, wenn der Versicherte während der Fahrt einer fachlichen Betreuung oder der besonderen Einrichtung des Krankentransportwagens (KTW) bedarf oder dies zu erwarten ist (Notfallpatienten).
  • Sie sollen auch dann verordnet werden, wenn dadurch die Übertragung schwerer, ansteckender Krankheiten der Versicherten vermieden werden kann.

 

c) Krankenfahrten
Krankenfahrten sind mit Taxi und Mietwagen zu Lasten der Krankenkassen verordnungsfähig. Sie bedürfen keiner medizinisch-fachlichen Betreuung des Versicherten.
Die Verordnung einer Krankenfahrt ist zulässig bei Fahrten:

  • zu Leistungen, die stationär erbracht werden,
  • zu einer vor- oder nachstationären Behandlung, wenn dadurch eine aus medizinischer Sicht gebotene vollstationäre oder teilstationäre Krankenhausbehandlung verkürzt oder vermieden werden kann,
  • zu einer ambulanten Operation im Krankenhaus oder in der Vertragsarztpraxis im Zusammenhang mit dieser Operation erforderlicher Vor- oder Nachbehandlung.

 

Auch die Krankenfahrt ist nur dann zu verordnen, wenn der Versicherte aus zwingenden medizinischen Gründen öffentliche Verkehrsmittel oder ein privates Kraftfahrzeug nicht benutzen kann.
Kann der Versicherte mit einem privaten Kraftfahrzeug oder öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, stellt der Vertragsarzt keine Verordnung, aber auf Wunsch des Versicherten eine Anwesenheitsbescheinigung zur Vorlage bei seiner Krankenkasse aus.

Bei zwingender medizinischer Notwendigkeit können Fahrten zur ambulanten Behandlung von den Krankenkassen übernommen und vom Vertragsarzt verordnet werden. Sie bedürfen aber der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse. Dauer und Umfang der Genehmigung werden von der Krankenkasse festgelegt.

Voraussetzungen für eine genehmigungspflichtige Verordnung sind:

  • dass der Patient mit einem durch die Grunderkrankung vorgegebenen Therapieschema behandelt wird, welches eine hohe Behandlungsfrequenz über einen längeren Zeitraum aufweist (Dialysebehandlung, Onkologische Strahlentherapie, Onkologische Chemotherapie) und
  • dass diese Behandlung oder der zu dieser Behandlung führende Krankheitsverlauf den Patienten in einer Weise beeinträchtigt, dass eine Beförderung zur Vermeidung von Schaden an Leib und Leben unerlässlich ist.

Krankentransporte zu ambulanten Behandlungen für Patienten

  • mit Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen "aG", "Bl" oder "H", einem Einstufungsbescheid gemäß SGB XI, beziehungsweise
  • bei denen die Pflegestufe 2 oder 3 vorliegt, oder vergleichbare Kriterien

sind verordnungsfähig und bedürfen auch der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkassen.